Wie arbeiten Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe zusammen?

In der schriftlichen AEVO Prüfung geht es auch um die Zusammenarbeit zwischen Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben und wie diese gelingen kann. In diesem Video schauen wir uns diese Thematik etwas genauer an, so dass man mehr Durchblick für die Prüfungsfragen bekommt.

Ausbildungsbetriebe

Geht es nicht in Ausbildungsbetriebe um praktische Fertigkeiten?

Marcel: In der Berufsschule wird doch vorrangig Theorie vermittelt und im Ausbildungsbetrieb geht es um praktische Fertigkeiten. Ich finde beides sehr wichtig, denke jedoch, dass es immer wieder Spannungen zwischen Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben geben wird.

Bianca: Warum das denn?

Marcel: In unserer Ausbildung war es so, dass es immer wieder Überschneidungen in der Stoffvermittlung gab.

Silke: Und in meiner Ausbildung war es so, dass sich die Berufsschullehrer und die Ausbilder in den Betrieben kaum abgestimmt haben.

Bianca: Aber, dann liegt das doch sicherlich an der mangelnde Kommunikation zwischen den zuständigen Ausbildern und den Berufsschullehrern.

Andreas: Ja, das ist häufig das Problem. Es gibt natürlich auch gute Beispiele, wo Berufsschullehrer und Ausbilder in Betrieben sehr gut zusammenarbeiten. Aber, im Allgemeinen ist eine gute Zusammenarbeit bereits von Hause aus etwas schwierig

Bianca: Warum das denn?

 

Stell dir mal vor, wir haben eine Berufsschulklasse…

Andreas: Na, stell dir mal vor, wir haben eine Berufsschulklasse im Beruf Kaufleute für Büromanagement und in dieser Berufsschulklasse sind 30 Berufsschüler aus 30 unterschiedlichen Unternehmen mit 30 unterschiedlichen Ausbildern.

Silke: Na, das wird lustig, wenn der Berufsschullehrer sich jede Woche mit allen 30 Ausbildern trifft, um den Ausbildungsstand der Berufsschüler in der Berufsschule zu erörtern.

Marcel: Ja, das wird bestimmt eine lustige Party. Und das Woche für Woche.

 

Trotzdem muss es doch Maßnahmen geben, wie Ausbilder und Berufsschullehrer zusammenarbeiten

Bianca: Ja Leute, ich habe den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden. Aber, trotzdem muss es doch Maßnahmen geben, wie Ausbilder und Berufsschullehrer effektiv zusammenarbeiten können.

Andreas: Mir fällt da gleich die Zusammenarbeit zwischen Berufsschullehrern und Ausbildern in Prüfungsausschüssen ein. Denn, beide prüfen Azubis und haben so die Möglichkeit, sich über den aktuellen Stand der Berufsschüler und der Azubis auszutauschen.

Silke: Als Ausbildungsbetrieb kann man ja auch einen Tag der offenen Tür veranstalten, und in diesem Zusammenhang auch gleich Berufsschullehrer einladen. So kommen Ausbilder in einem Betrieb und Berufsschullehrer auch zusammen.

Marcel: Zu meiner Zeit als Azubi gab es in der Berufsschule sogenannte Ausbildersprechtage. Das waren ganz bestimmte Tage im Jahr, an denen Ausbilder eingeladen wurden, sich über den Ausbildungsstand ihrer Azubis in der Berufsschule zu informieren.

Bianca: Aber, reicht es nicht aus, wenn man bei Problemen mit Azubis einfach mal eine E-Mail schreibt?

Andreas: Theoretisch schon. Und es gibt auch Berufsschullehrer, die so etwas machen. Also nach Feierabend versteht sich, weil in der Unterrichtszeit kaum Platz für solche Aktivitäten sind.

Silke: Ich würde für eine gute Zusammenarbeit zwischen Berufsschullehrer und Ausbilder immer einen Rahmen geben. So wie wir es jetzt auch schon diskutiert haben. Der Prüfungsausschuss, ein Tag der offenen Tür, Ausbildersprechtage oder auch Lehrerpraktika sind doch gute Mittel.

 

In Ausbildungsbetriebe wird zu über 90% nebenberuflich ausgebildet

Andreas: Das sehe ich genauso. Denn Ausbilder in Betrieben bilden zu über 90 % nebenberuflich aus. Das bedeutet, neben dem eigentlichen Job. Berufsschullehrer arbeiten in der Berufsschule und natürlich auch zu Hause. Beide Zielgruppen sind in der Nahrungskette der Burnout Statistik ganz oben wiederzufinden. Die meisten engagieren sich ohnehin bereits weit über die bezahlte Arbeitszeit hinaus.

Bianca: Ja, das ist nachvollziehbar. Aber, was sind denn Lehrer Praktika?

Andreas: In seltenen Fällen werden Berufsschullehrer verpflichtet, innerhalb eines Zeitraumes ein kleines Praktikum in einem Ausbildungsbetrieb ihrer Wahl zu absolvieren. Da kommt man schon in Kontakt mit Ausbildern.

Bianca: Hmm, ich frage deshalb, weil ich davon noch nie gehört habe.

Marcel: Ich hatte mal einen Berufsschullehrer, der hat zwei Tage Praktikum in einem Industrieunternehmen gemacht. Das fand er super interessant und hat die Erfahrungen auch gleich in seinem Unterricht mit einfließen lassen.

Silke: Ist ja interessant. Ich kenne einen Ausbilder, der sich in einem Arbeitskreis engagiert, wo‘s um die Verbesserung der Ausbildungsqualität geht. In diesem Arbeitskreis sind auch Berufsschullehrer. Wenn wir uns sehen, dann berichtet er manchmal über die unsinnig theoretischen Vorschläge von Berufsschullehrern, die kaum praktische Erfahrung vor Ort haben.

Marcel: Wer weiß, was die Berufsschullehrer über die Ausbilder in diesem Arbeitskreis sagen würden. Aber gut finde ich, dass sich beide für eine bessere Ausbildungsqualität einsetzen.

Bianca: Na, da habe ich heute wieder was Neues dazugelernt. Fand ich sehr gut.

 

Video: Wie arbeiten Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe zusammen?

 

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