Wie unterscheidet man formelle und informelle Gruppen?

Hallo an alle Personalfachkaufleute. Aus dem Handlungsfeld 1 gehen wir heute der Frage auf den Grund: Wie unterscheidet man formelle und informelle Gruppen?

formelle und informelle Gruppen

Wie unterscheidet man formelle und informelle Gruppen?

 

Silke: In einer Prüfungsaufgabe für die Personalfachkaufleute wurde letztens nach der Unterscheidung von formellen und informellen Gruppen gefragt.

 

Was kennzeichnet formelle Gruppen?

Marcel: Na, das ist doch einfach zu beantworten. Personen, die keine Mitglieder der informellen Gruppe sind oder sich nicht anpassen, bekommen die Grenzen schnell aufgezeigt. Mit dem Begriff formelle Gruppe wird im Gegensatz dazu ein Zusammenschluss von Menschen bezeichnet, der formale Strukturen bereits ausgebildet und eine feste Mitgliedschaft hat.

Katharina: Echt jetzt? Ist das nicht etwas zu kognitiv formuliert? Also ich würde das schon anders beantworten.

Marcel: Wie denn?

Katharina: Formelle Gruppen sind z. B. Arbeitsgruppen oder Seminargruppen und informelle Gruppen sind z. B. Cliquen oder Stammtische.

Andreas: Beide Formulierungen sind ja nicht falsch. Ich würde es nur noch etwas genauer beschreiben.

Silke: Ach ja. Wie denn?

Andreas: Zum Beispiel kennzeichnen formelle Gruppen, dass die Leistungsziele von außen vorgegeben sind, die Mitglieder austauschbar sind, die Aufgaben, Normen und Ziele vorgegeben sind und eine formelle Gruppe aufgelöst wird, wenn sie nicht mehr gebraucht wird.

 

Was kennzeichnet informelle Gruppen?

Silke: Und was kennzeichnet informelle Gruppen?

Andreas: Bei informellen Gruppen geht es um die Befriedigung individueller Bedürfnisse, die Gruppenmitglieder sind nicht austauschbar, es gibt mehr Raum für spontane Dinge und die Gruppe löst sich selbst auf, wenn gemeinsame Ziele nicht mehr vorhanden sind.

Marcel: Verstehe. Dann sollte man also erst einmal erklären, was informelle und formelle Gruppen sind und dann, wie sie sich verhalten, um so die Unterschiede herauszukristallisieren.

Katharina: Aber es gibt ja auch die Vor- und Nachteile, die wir beachten sollten.

Andreas: Das stimmt. Um so mehr ihr zu der Thematik schreibt, desto sicherer ist es, dass ihr die volle Punktzahl bekommt. Außer bei einer vorgegebenen Aufzählung. Wenn zum Beispiel verlang wird: Erläutern Sie drei Nachteile informeller Gruppen. Dann werden nur die ersten drei gezählt, die ihr hinschreibt.

 

Welche Nachteile haben informelle Gruppen?

Silke: In unserem Fall ist das aber nicht so. Und wenn die Frage nach den Nachteilen von informellen Gruppen kommt. Wie können wir darauf antworten?

Andreas: Es gibt mehrere Nachteile informeller Gruppen. Zuallererst fällt mir die Rollendiffusion ein.

 

Was ist eine Rollendiffusion?

Katharina: Rollendiffusion? Was ist das denn?

Andreas: Es besteht eine informelle Struktur, die einer aufgabenorientierten Rollenverteilung und Hierarchie entgegensteht. Es ist ein Kennzeichen von formellen Gruppen, dass sich die Gruppe Ziele und Normen gibt, um den Gruppenbestand zu festigen. Das ist bei informellen nicht so und führt leicht zur Rollendiffusion. Also keiner weiß, wer für was eigentlich zuständig ist.

Marcel: Und was für einen Nachteil gibt es noch bei informellen Gruppen?

 

Was ist ein Kohäsionsverlust?

Andreas: Es kann ein Kohäsionsverlust entstehen.

Marcel: Was ist denn ein Kohäsionsverlust?

Andreas: Das meint den Zusammenbruch einer informellen Gruppe. Ein Mensch ist in der Gruppe nie allein. Er findet Freunde und Gegner. Deshalb kommt es zu Anhängerschaften. Wenn sich innerhalb einer Gruppe massive Subkulturen bilden, ist von Cliquen die Rede. Cliquen sind stark abgegrenzte Untergruppen, die sich auch ohne weiteres gegen die Gruppe stellen können. Wenn sich in einer Gruppe Cliquen bilden, ist das ein Hinweis darauf, dass kaum eine gemeinsame Identität und Teamzusammenhalt besteht.

Silke: Ich wusste gar nicht, dass so viel Inhalt in dem vermeintlich einfachen Thema steckt. Was ist denn jetzt ein dritter Nachteil bei informellen Gruppen?

 

Was ist ein Trittbrettfahrer-Effekt?

Andreas: Ich würde sagen, der Trittbrettfahrer-Effekt. Der Begriff Trittbrettfahrer kommt aus dem Verkehrswesen. Er beschreibt das Phänomen, dass sich Mitfahrer auf das Trittbrett der Straßenbahn gestellt haben, um den Fahrbeitrag zu sparen. Sie kommen also ans Ziel, ohne einen eigenen Beitrag zu leisten. Genau diese Strategie schreiben sich einige Gruppen- oder Teammitglieder gerne zu. Der Effekt wird dann auch als soziales Faulenzen bezeichnet. Einzelne Gruppenmitglieder lehnen sich zurück, um sich auf den Leistungen der anderen auszuruhen.

Katharina: Ja, das kenne ich. Das mit den informellen und formellen Gruppen muss ich mir nochmal genauer ansehen. Ich will ja schließlich auch bei einfacheren Fragen in der schriftlichen Prüfung, die meisten Punkte herausholen.

 

Video: Wie unterscheidet man formelle und informelle Gruppen?

 

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