Fragen der Prüfer im AEVO-Fachgespräch – Schlüsselqualifikationen

In diesem Video zeigen wir Ihnen einen Ausschnitt aus einem AEVO Fachgespräch, wobei es um das Thema Schlüsselqualifikationen gehen kann. Welche Fragen die Prüfer gestellt haben, und wie der Prüfling darauf geantwortet hat.

AEVO-Fachgespräch-Schlüsselqualifikationen

Die erste Frage im AEVO Fachgespräch zu den Schlüsselqualifikationen

Prüfer 1: Gut, dann starten wir gleich mal mit dem Fachgespräch. Und meine erste Frage lautet: Welche Schlüsselqualifikationen haben Sie bei Ihrem Azubi gefördert?

Prüfling: Na, mein Azubi sollte fachlich und sachlich richtig einen Lieferschein kontrollieren.

Prüfer 1: Ja, damit haben Sie zum größten Teil Ihr Lernziel beschrieben. Aber, welche Kompetenzen brauchte Ihr Azubi, um den Lieferschein richtig zu kontrollieren?

Prüfling: Er muss auf jeden Fall wissen, welche Bestandteile so ein Lieferschein hat.

 

Zählt Fachwissen zu den Schlüsselqualifikationen?

Prüfer 1: Zählt denn das Fachwissen zu den Schlüsselkompetenzen?

Prüfling: Ich glaube, da bin ich überfragt.

Prüfer 1: Na, welche 4 grundlegenden Kompetenzen gibt es denn?

Prüfling: Auf jeden Fall die Fachkompetenz. Denn ohne die kann ja der Azubi nicht viel anfangen.

Prüfer 1: Die Fachkompetenz bezieht sich doch auf das Wissen.

Prüfling: Ja, genau und ohne das entsprechende Wissen hat der Azubi keine Chance.

Prüfer 1: Wenn ihr Azubi also die Bestandteile eines Lieferscheins kennt, kann er dann automatisch einen Lieferschein auf vielerlei mögliche Fehler prüfen, Reklamationen einleiten, die Buchhaltung informieren, fehlerhafte Ware zurücksenden und die gelieferte Ware nach dem vorgegebenen Ablaufschema in die Hochlagerregale zuordnen?

Prüfling: Nein, das alles muss ich dem Azubi doch beibringen.

Prüfer 1: Also, scheint das Fachwissen über die Bestandteile eines Lieferscheins nicht auszureichen, damit der Azubi all diese nachgelagerten Prozesse auch in die Realität umsetzen kann. Welche Kompetenzen, außer der Fachkompetenz, benötigt ihr Azubi denn da noch?

Prüfling: Ach, jetzt weiß ich, worauf Sie hinauswollen. Zum Beispiel die Methodenkompetenz.

 

Welche Methodenkompetenzen kennen Sie denn?

Prüfer 1: Genau. Welche spezifischen Methodenkompetenzen kennen Sie denn?

Prüfling: Zum Beispiel Organisationsfähigkeit.

Prüfer 1: Welche Methodenkompetenz braucht denn Ihr Azubi bei der Kontrolle eines Lieferscheins?

Prüfling: Zu mindestens so eine Art Arbeitstechnik, also eine Abfolge, nach der der Lieferschein kontrolliert werden soll.

Prüfer 1: Ja, das hört sich gut an. Ich gebe mal weiter an meine Kollegin.

Prüfer 2: Wir bleiben bei dem Thema Schlüsselqualifikationen. Sie hatten ja gerade die Methodenkompetenz beschrieben. Welche anderen Kompetenzen gibt es da noch?

Prüfling: Die Sozialkompetenz.

 

Welche spezifischen Sozialkompetenzen kennen Sie denn?

Prüfer 2: Und, welche spezifischen Sozialkompetenzen kennen Sie?

Prüfling: Zum Beispiel Teamfähigkeit.

Prüfer 2: Und, welche noch?

Prüfling: Zum Beispiel Kontaktfähigkeit oder auch Hilfsbereitschaft.

Prüfer 2: Prima. Welche soziale Kompetenz haben Sie denn heute in Ihrer Unterweisung bei Ihrem Azubi gefördert?

Prüfling: Auf jeden Fall die Kooperationsbereitschaft, denn er sollte ja aktiv mitwirken.

Prüfer 2: Welche noch?

Prüfling: Na ja, ich habe natürlich auch viele Fragen gestellt, und den Azubi mehr oder weniger gezwungen mir zu antworten. Damit habe ich auf jeden Fall auch die Kommunikationsfähigkeit gefördert.

Prüfer 2: Jetzt haben wir ja von vier Kompetenzen gesprochen. Und davon hatten wir bisher drei thematisiert. Die Fachkompetenz, die Methodenkompetenz und die soziale Kompetenz. Welche fehlt noch?

Prüfling: Die personelle Kompetenz natürlich.

 

Welche personellen Kompetenzen kennen Sie?

Prüfer 2: Und, welche spezifischen personellen Kompetenzen gibt es?

Prüfling: Zum Beispiel die Belastbarkeit, die Genauigkeit oder die Zuverlässigkeit.

Prüfer 2: Genau, und welche personelle Kompetenz haben sie bei der Kontrolle Ihres Lieferscheins bei Ihrem Azubi gefördert?

Prüfling: Auf jeden Fall die Konzentrationsfähigkeit, denn mein Azubi musste schon aufpassen, was er wo einträgt.

Prüfer 2: Gut, gut. Ich gebe mal weiter an meinen Kollegen.

Prüfer 3: Jetzt drehte sich ja die Eingangsfrage um das Thema Schlüsselqualifikationen. Zählen Sie doch bitte noch auf, welche der vier Kompetenzen nun die Schlüsselqualifikationen sind?

Prüfling: Die Methodenkompetenzen, die soziale Kompetenz und die Personalkompetenz.

Prüfer 3: Und was ist mit der Fachkompetenz?

Prüfling: Wir hatten ja vorhin geklärt, dass es sich hier um Fachwissen handelt. Und die zählt nicht zur Schlüsselkompetenz.

Prüfer 3: Goldrichtig. Und, warum nennt man das Schlüssel Kompetenz?

Prüfling: keine Ahnung.

Prüfer 3: Na, überlegen Sie mal. Wenn wir einen Schlüssel haben, dann haben wir auch ein Schloss.

Prüfling: Ah, dann ist das Fachwissen das Schloss und die Methoden-, Sozial- und personelle Kompetenz, der Schlüssel, um das Fachwissen in der Praxis anzuwenden.

Prüfer 3: Prima! Zu dem Thema Schlüsselqualifikationen habe ich jetzt keine Fragen mehr.

 

Video: Fragen der Prüfer im AEVO-Fachgespräch – Schlüsselqualifikationen

 

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