Fragen der Prüfer im AEVO-Fachgespräch – Methoden

In diesem Video zeigen wir Ihnen einen Ausschnitt aus einem AEVO Fachgespräch, wobei es um das Thema Methoden gehen kann. Welche Fragen die Prüfer gestellt haben, und wie der Prüfling darauf geantwortet hat.

AEVO-Fachgespräch-Methoden

AEVO Fachgespräch: Welche Methode haben wir gesehen?

Prüfer 1: Gut, dann starten wir gleich mal mit dem Fachgespräch. Und meine erste Frage lautet: Welche Methode haben wir gesehen?

Prüfling: Die Vier-Stufen-Methode.

Prüfer 1: Dann erläutern Sie uns doch bitte mal die einzelnen Schritte dieser Vier-Stufen-Methode.

Prüfling: o. k., Die erste Stufe ist die Einleitung, bei der zweiten Stufe geht es darum, dem Azubi etwas zu zeigen, bei der dritten Stufe geht es darum, wie er das nachmachen soll und bei der vierten Stufe geht es um die Lernkontrolle.

Prüfer 1: Na, überlegen Sie mal, ist die erste Stufe wirklich die Einleitung oder heißt die anders?

Prüfling: Na, wenn Sie mich so fragen, heißt sie bestimmt anders.

 

Was machen Sie denn in der ersten Stufe?

Prüfer 1: Was machen Sie denn in der ersten Stufe?

Prüfling: Ich bereite auf jeden Fall meinen Arbeitsplatz vor und begrüße dann den Azubi.

Prüfer 1: Hört sich schon mal gut an. Und, wenn sie ihren Arbeitsplatz vorbereiten, wie könnte diese Stufe dann heißen?

Prüfling: Vorbereitung?

Prüfer 1: Genau, die erste Stufe ist die Vorbereitung. Jetzt haben sie ja gesagt, dass sie Ihren Arbeitsplatz vorbereiten und den Azubi begrüßen. Was zählt noch zur Vorbereitung?

Prüfling: Vielleicht noch eine kleine Sicherheitsbelehrung für den Azubi.

Prüfer 1: Ja, was noch? Also, was sollte am Anfang dem Azubi noch bekannt gemacht werden?

Prüfling: Ach so, dass Lernziel natürlich.

Prüfer 1: Genau, das Lernziel. Und, wenn Ihr Azubi gar keine Lust hat.

Silke: Dann muss ich versuchen, das Interesse zu wecken und vielleicht sogar einen Nutzen aufzuzeigen.

 

Was ist beim Vormachen wichtig?

Andreas: Korrekt. Kommen wir zur zweiten Stufe, dem Vormachen. Was ist beim Vormachen wichtig?

Prüfling: Na, ich mache ja nicht nur vor, sondern ich erkläre ja auch was genau ich da mache.

Prüfer 1: Richtig, und warum ist das so wichtig, dass Sie parallel auch erklären, was Sie da tun?

Prüfling: Weil der Azubi beim Nachmachen es ja auch nicht nur stumpf nachmachen muss, sondern auch erläutern soll, warum er das macht und worauf er gerade achten muss.

Prüfer 1: Genau, denn wenn Sie es nicht richtig vormachen, macht Ihr Azubi es auch nicht richtig nach. Kommen wir zur vierten Stufe. Da sprachen Sie ja von einer Lernkontrolle. Die machen Sie natürlich auch. Aber die vierte Stufe heißt anders.

Prüfling: Da stehe ich jetzt auf dem Schlauch.

Prüfer 1: Wie können Sie denn sicherstellen, dass ihr Azubi das, was Sie ihm gezeigt haben, am Ende auch wirklich selbstständig und ohne ihre Hilfe kann?

Prüfling: Na, er muss es natürlich üben. Denn, Übung macht den Meister.

Prüfer 1: Ja, genau. Also heißt die vierte Stufe.

Prüfling: Ah, Üben.

 

Hat denn ihr Azubi geübt?

Prüfer 1: So ist es. Hat denn ihr Azubi geübt?

Prüfling: Nein, dazu hat leider die Zeit nicht gereicht.

Prüfer 1: Nun ja, die 15 Minuten Zeit für eine praktische Durchführung hat jeder Prüfling. Und bei vielen klappt das wunderbar. Woran hat es also bei Ihnen gelegen?

Prüfling: Vielleicht habe ich mich auch in der Zeit verschätzt.

Prüfer 1: Das wäre eine Möglichkeit. Wie würden Sie denn ihre Unterweisung mit der Vier-Stufen-Methode gestalten, wenn Sie diese noch einmal durchführen müssten, und diesmal die 15 Minuten einhalten wollen?

Prüfling: Dann würde ich den Umfang etwas reduzieren. Das heißt, ich würde mein Lernziel unterteilen und nur einen Teilbereich innerhalb der 15 Minuten unterweisen, sodass der Azubi am Ende auch noch Zeit zum Üben hat.

Prüfer 1: Prima, und vielen Dank. Ich übergebe mal an meine Kollegin.

 

Welche anderen Methoden hätten Sie noch anwenden können?

Prüfer 2: Wir bleiben bei dem Thema Methoden. Und was mich interessiert ist, welche anderen Methoden, außer der Vier-Stufen-Methode, hätten Sie noch anwenden können?

Prüfling: Da muss ich mal überlegen. Vielleicht eine Demonstration.

Prüfer 2: Ja, das wäre eine Option. Was aber ist der Nachteil einer Demonstration gegenüber der Vier-Stufen-Methode?

Prüfling: Bei der Demonstration zeige ich lediglich dem Azubi, wie man es richtig macht, aber eine Übungsphase ist in der Regel nicht vorgesehen. Das hat zur Folge, dass der Azubi es am Ende nicht selbstständig kann, nur weil er es gesehen hat.

Prüfer 2: Sehr gut. Gäbe es noch eine andere Methode, die sich eignen würde?

Prüfling: Ein Lehrgespräch käme da nicht infrage und eine Projektarbeit ja auch nicht. Ich finde, dass die Vier-Stufen-Methode sich perfekt für mein Thema geeignet hat. Denn der Azubi steht noch am Anfang der Ausbildung und hat noch gar keine Ahnung über die grundlegenden Abläufe.

 

Worum geht es denn bei einem Lehrgespräch?

Prüfer 2: o. k., Sie sprachen ja gerade auch das Lehrgespräch an. Worum geht es denn bei einem Lehrgespräch?

Prüfling: Da geht es zum Beispiel darum, dass die Azubis komplexe Themen verstehen und verinnerlichen.

Prüfer 2: Welche Themen könnten sich für ein Lehrgespräch eignen?

Prüfling: Zum Beispiel das Verständnis im Zahlungsverkehr, bei Beitragsrechnungen oder auch zum Beispiel, nach welchen grafischen Vorgaben Mediengestalter einen Veranstaltungsflyer gestalten sollen.

Prüfer 2: Ja, das sind gute Beispiele. Was ist denn der Kern eines Lehrgesprächs?

Prüfling: Da es sich ja hier um eine fragend entwickelnde Methode handelt, sind das bestimmt die Fragen, die der Ausbilder dann stellt.

Prüfer 2: Ja, genau. Und um welche Art von Fragen handelt es sich hier?

Prüfling: Verstehe ich nicht?

Prüfer 2: Na, es gibt ja zwei ganz unterschiedliche Frageformen, mit denen ein Ausbilder ein Gespräch führen kann.

Prüfling: Ach, jetzt weiß ich was Sie meinen. Das sind offene und geschlossene Fragen.

Prüfer 2: Genau. Und welche Art der Fragen sollten in einem Lehrgespräch vorrangig gestellt werden?

Prüfling: Ich würde sagen, die offenen Fragen, weil man ja den Azubi sprachlich fördern möchte.

Prüfer 2: Genauso ist es. Ich gebe mal weiter an meinen Kollegen.

 

Wann würden Sie die Projektmethode einsetzen?

Prüfer 3: Eine letzte Frage zu den Methoden habe ich noch. Sie hatten vorhin die Projektmethode angesprochen. Wann würden Sie die denn einsetzen?

Prüfling: Da es bei der Projektmethode ja darum geht, dass die Azubis selbstständig etwas erarbeiten und auch schon Erfahrung mitbringen sollen, würde ich diese Methode auf jeden Fall im zweiten oder dritten Lehrjahr anwenden wollen.

Prüfer 3: Sehr gut. Und weil Sie schon so gut auf die bisherigen Fragen geantwortet haben, gibt es noch eine Zusatzfrage.

Prüfling: Na, da bin ich ja gespannt.

Prüfer 3: Es gibt eine Methode, bei der verändern Sie sehr stark das Verhalten des Azubis. Welche könnte ich denn damit meinen?

Prüfling: Lassen Sie mich mal überlegen. Die Leittextmethode?

Prüfer 3: Na, bei der Leittextmethode geht es zwar um die vollständige Handlung, aber es gibt noch eine andere Methode, bei der Sie das Verhalten eines Azubis schneller ändern können. Ich denke da so eher an den kaufmännischen Bereich, wenn es um den Kontakt mit Kunden geht.

Prüfling: Na, wenn ich möchte, dass sich mein Azubi gegenüber meinen Kunden anders verhält, dann würde ich ein Rollenspiel machen.

Prüfer 3: Bingo. Vielen Dank. Zu dem Thema Methoden habe ich jetzt keine Fragen mehr.

 

Video: Fragen der Prüfer im AEVO-Fachgespräch – Methoden

 

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