Wie funktioniert Duale Berufsausbildung?

In der schriftlichen AEVO Prüfung werden immer wieder allgemeine Fragen zum Thema: Duale Berufsausbildung gestellt. In diesem Video schauen wir uns dieses Thema aus dem Handlungsfeld eins der AEVO genauer an, so dass man mehr Durchblick bekommt.

Duale Berufsausbildung

Was gibt es über die duale Berufsausbildung schon zu sagen.

Bianca: Es geht doch nur darum, dass die Ausbildung zum einen im Ausbildungsbetrieb und zum anderen in der Berufsschule stattfindet.

Marcel: Na, wenn es so einfach ist, dann kannst du uns ja gleich den Unterschied zwischen öffentlichem und privatem Recht im Zusammenhang mit einer dualen Berufsausbildung nennen.

Bianca: Na, so genau will man es doch in der AEVO Prüfung bestimmt nicht wissen, oder?

Silke: Bei den Testaufgaben, die ja Original aus AEVO Prüfungen stammen, habe ich Fragen zur dualen Berufsausbildung gelesen, und konnte sie nicht spontan richtig beantworten.

Bianca: Kannst du dich denn noch an eine Frage erinnern?

Silke: Ja, bei einer Fragestellung ging es darum, was in der dualen Berufsausbildung durch ein Landes- oder ein Bundesgesetz geregelt ist.

Marcel: Andreas, kennst du auch solche Fragestellungen?

Andreas: Ja, in der schriftlichen AEVO Prüfung gibt es jede Menge Fragen zur dualen Berufsausbildung. Es geht dabei darum, ob ihr die Zuständigkeiten im dualen Berufsausbildungssystem kennt.

 

Und was hat das mit den Landes- und Bundesgesetzen auf sich?

Andreas: Zum Beispiel ist der Rahmenlehrplan durch ein Landesgesetz geregelt. Während die Prüfungsanforderungen durch ein Bundesgesetz geregelt sind.

Silke: Kannst du das mal näher erläutern?

Andreas: Ein Rahmenlehrplan gilt ja für die Berufsschule und wird im Vorfeld vom jeweiligen Kultusministerium eines Bundeslandes verabschiedet. Das liegt daran, dass Schulangelegenheiten Ländersache sind und durch das jeweilige Schulgesetz des Landes geregelt werden.

Marcel: Und, welches Gesetz regelt die Prüfungsanforderungen?

Andreas: Im Berufsbildungsgesetz wird dem Prüfungswesen ein ganzer Abschnitt gewidmet. Daraus abgeleitet, sind in jeder Ausbildungsordnung die spezifischen Prüfungsanforderungen an den jeweiligen Ausbildungsberuf genau definiert. Hierbei handelt es sich um Gesetze und Verordnungen auf der Bundesebene. Das bedeutet, es gilt für alle in Deutschland und nicht nur für ein einzelnes Bundesland.

 

Aber, dass die duale Berufsausbildung im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule stattfindet, ist doch richtig, oder?

Andreas: Ja, das ist korrekt. Die Frage ist nur, wonach bildet der Ausbildungsbetrieb aus? Nach dem Ausbildungsrahmenplan oder dem Rahmenlehrplan?

Silke: Wir hatten ja gerade gehört, dass der Rahmenlehrplan Ländersache ist. Und somit den Schulgesetzen, also auch der Berufsschule, zugeordnet werden kann. Also bildet der Ausbildungsbetrieb doch nach dem Ausbildungsrahmenplan aus.

Andreas: Gut aufgepasst. Was aber hat es für eine Rechtsfolge, wenn der Berufsschüler nicht zu Berufsschule kommt.

Marcel: Ich verstehe die Frage nicht.

 

Was meinst du mit Rechtsfolge?

Andreas: Zuallererst meine ich hiermit die Zuordnung zum öffentlichen und privaten Recht. Und dann, was der Gesetzgeber vorsieht, wenn Gesetze missachtet werden.

Bianca: Ruft die Berufsschule da nicht erst mal den Ausbildungsbetrieb an, um in Erfahrung zu bringen ob der Azubi nicht dort ist?

Silke: Azubi? Ging es nicht hier um den Berufsschüler? Ich weiß, dass es Haarspalterei ist. Aber, wenn es um Berufsschule geht, dann haben wir hier auch Schüler und keine Azubis.

Andreas: Völlig richtig. Aber was ist denn nun die Rechtsfolge, wenn der Berufsschüler nicht zu Berufsschule kommt?

Silke: Also, wenn die Berufsschule dem Schulgesetz eines Landes zugeordnet ist, dann würde ich sagen, dass es sich hier um öffentliches Recht handelt. Denn, die Schulpflicht ist ja kein Privatrecht.

Andreas: Ja, und was ist die Rechtsfolge, wenn der Berufsschüler nicht zur Berufsschule kommt, die Schulpflicht verletzt und somit das öffentliche Recht missachtet

Marcel: Also, wenn ich öffentliches Recht nicht beachte, blüht mir eine Ordnungsstrafe. Wie zum Beispiel beim Falschparken.

Bianca: Jetzt nicht wirklich. Der Berufsschüler begeht eine Ordnungswidrigkeit?

Andreas: Ja, genauso ist es. Und das ist lediglich die Rechtstheorie, also das, was der Gesetzgeber vorsieht, wenn bestimmte Gesetze nicht eingehalten werden. In der Praxis sieht das natürlich ganz anders aus.

Silke: Ja, genau. Da versucht die Berufsschule auf jeden Fall erst mal den Berufsschüler zu erreichen, deren Eltern oder versucht beim Ausbildungsbetrieb nachzufragen.

Andreas: Was ist denn jetzt, wenn der Azubi im Ausbildungsbetrieb nicht erscheint. Wie ist denn dort die Rechtslage?

 

Dann bekommt der Azubi eine Abmahnung.

Bianca: Ja, und diese Abmahnung basiert dann auf dem Ausbildungsvertrag, den der Azubi in diesem Fall nicht eingehalten hat.

Andreas: Naja, ob eine Abmahnung sinnvoll ist, bleibt erst mal dahingestellt. Wichtig ist hier nur zu erkennen, dass es sich um Privatrecht handelt. Da der Ausbildungsvertrag ein privatrechtlicher Vertrag zwischen dem Ausbildenden und dem Auszubildenden ist.

Silke: Kommt denn diese ganze Thematik in der schriftlichen AEVO Prüfung vor?

Andreas: Durchaus gibt es hin und wieder sehr verschachtelte Fragestellungen zu dieser Thematik.

Marcel: Was gibt es dann noch Wichtiges zur dualen Berufsausbildung für die AEVO Prüfung zu wissen?

Andreas: Zum Beispiel, wie die duale Berufsausbildung entstanden ist, in welchem Gesetz die duale Berufsbildung geregelt ist, was die duale Ausbildung für den Ausbildungsbetrieb dem Azubi und der Gesellschaft bringt, was das unmittelbare Ziel einer Berufsausbildung ist und welche Voraussetzungen es gibt, um eine duale Berufsausbildung anzutreten.

Bianca: Das sind ja noch mal jede Menge Themen. Was mich interessieren würde ist…

 

Welche Voraussetzungen müssen denn erfüllt werden, um eine duale Berufsausbildung anzutreten?

Silke: Einen Schulabschluss sollte man schon haben.

Andreas: Ja, das sind in der Regel die individuellen Voraussetzungen von Ausbildungsbetrieben. Aber gesetzlich gesehen gibt es nur eine Voraussetzung.

Marcel: Und welche wäre das?

Andreas: Es muss lediglich die allgemeine Schulpflicht erfüllt sein. Und die ist je nach Bundesland neun oder zehn Jahre.

Bianca: Ist ja krass. Da kann ich also rechtlich gesehen einen Azubi einstellen, der zwar zehn Jahre Schulpflicht erfüllt hat, aber nur bis zur achten Klasse gekommen ist, weil er zweimal wiederholen musste.

Marcel: Mit dem kann man doch gar nichts anfangen.

Andreas: Deshalb fordern Ausbildungsbetriebe ja auch einen ganz bestimmten Schulabschluss für die jeweilige Berufsausbildung.

Silke: Was mich interessieren würde…

 

Was ist das unmittelbare Ziel einer Berufsausbildung.

Silke: Was meinst du damit?

Andreas: Naja, die meisten Azubis, aber auch die Ausbilder, sind sich darüber einig, dass der Azubi eine Berufsausbildung macht, um am Ende ein Berufsabschluss zu erreichen.

Bianca: Sehe ich auch so. Was ist falsch daran?

Andreas: Wenn es nur darum ginge einen Berufsabschluss zu erreichen, dann bräuchte der Azubi doch einfach nur theoretisch sich auf die Prüfung vorzubereiten, ohne dass er praktische Erfahrungen sammelt. Die duale Berufsausbildung hat aber ein ganz anderes Ziel.

Marcel: Welches denn?

Andreas: Das unmittelbare Ziel einer Berufsausbildung ist die Erreichung der beruflichen Handlungsfähigkeit. Denn der Ausbildungsbetrieb möchte ja am Ende einer Berufsausbildung den Azubi als vollwertige Fachkraft im Unternehmen einsetzen.

Silke: Ja, das macht irgendwie Sinn. Aber, ist denn der Berufsabschluss nicht auch ein Ziel?

Andreas: Der Berufsabschluss bzw. das Bestehen der Abschlussprüfung ist ein mittelbares Ziel der Berufsausbildung. Das ist also Mittel zum Zweck. Das bedeutet, dass in einer Abschlussprüfung doch nur ein kleiner Teil der beruflichen Handlungsfähigkeit eines Azubis geprüft werden kann.

Bianca: Ah, verstehe. Das unmittelbare Ziel ist also die Erreichung der beruflichen Handlungskompetenz des Azubis und das mittelbare Ziel ist das Erreichen des Berufsabschlusses.

Andreas: Genauso ist es.

 

Kannst du uns bitte die Themen zur dualen Berufsausbildung zusammenfassen..

Marcel: ..damit wir uns das später noch mal genauer anschauen können.

Andreas: Mir fallen da spontan folgende acht Themen ein:
1. Die Beteiligten an der dualen Berufsausbildung, also der Ausbildungsbetrieb, die Berufsschule, der Azubi, der Ausbilder, der Ausbildende, der Berufsschüler, der Berufsschullehrer und die Kammern.
2. Die Unterteilung in öffentliches und privates Recht, also was regeln die Landesgesetze und was regeln die Bundesgesetze.
3. die Unterscheidung zwischen einem Ausbildungsrahmenplan und einem Rahmenlehrplan.
4. Wie die duale Berufsausbildung entstanden ist.
5. In welchem Gesetz die duale Berufsbildung geregelt ist.
6. Was die duale Ausbildung für den Ausbildungsbetrieb, dem Azubi und der Gesellschaft für Vorteile bringt.
7. Was das unmittelbare Ziel einer Berufsausbildung ist
und 8. Welche Voraussetzungen es gibt, um eine duale Berufsausbildung anzutreten.

 

Video: Wie funktioniert duale Berufsausbildung?

 

Keine Kommentare

Kommentar schreiben

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen