Wie finde ich meine Lerngruppe?

Wie findet man eine Lerngruppe, die zu einem selbst passt, und welche Erfahrungen haben andere Lerner gemacht?

Lerngruppe

Lernen Sie gerne in einer Lerngruppe?

Wie lernen Sie am besten? Arbeiten Sie Fachbücher durch und markieren sich die Inhalte? Schauen Sie sich Erklärvideos an? Brauchen Sie absolute Ruhe oder tauschen sich gerne mit anderen aus? Wie man eine Lerngruppe finden kann, die zu einem selbst passt, um sich effektiv auf die Prüfung vorzubereiten und welche Erfahrungen andere Lerner mit Lerngruppen gemacht haben, darum geht es in diesem Beitrag.

 

Was sind die  Erfahrung einer Fachdozentin zum Thema: Lerngruppe?

Andreas: Hallo Silke, du bist doch Fachdozentin für die Personaldienstleistungskaufleute und auch für die Personalfachkaufleute. Was empfiehlst du denn deinen Teilnehmern?

Silke: Ja, also das Thema Lerngruppen ist aus meiner Erfahrung als Fachdozentin ein sehr zweischneidiges Schwert. Und ich habe festgestellt, dass es dabei eine individuelle Entscheidung ist, ob jemand bereit ist in einer Lerngruppe zu lernen oder nicht. Wenn ich mit den Umschülern zu Personaldienstleistungskaufleuten arbeite, dann bin ich oft die erste Fachdozentin, mit der sie zu tun haben. Vorher sind die Gruppen sehr gemischt mit anderen Umschülern.

Es haben sich häufig bereits an den Kurs-Standorten Kleingruppen gebildet, aus den verschiedenen Fach-Umschulungen. Dadurch haben sich Freundschaften entwickelt, die in den Nachmittagsstunden gepflegt werden. Die Personaldienstleistungskaufleute sind dann schwer davon zu begeistern, sich mit anderen Personaldienstleistungskaufleuten, von anderen Standorten, online in einer Lerngruppe zusammenzufinden. Manchmal gelingt dies durch die Arbeit in Gruppen, wodurch sich die Teilnehmer kennenlernen und sich darauf einlassen, gemeinsam zu lernen.

Bei den Personalfachkaufleuten, die ihre Fortbildung von Anfang an miteinander absolvieren und in den Gruppen für 5 – 6 Monate verbleiben, bilden sich tendenziell schon eher Arbeitsgruppen. Diese fördere ich durch Arbeiten in Kleingruppen, in denen Aufgaben und Themenstellungen miteinander gelöst werden. Durch die Arbeit in diesen Kleingruppen, animiere ich die Teilnehmer auch dazu, sich nachmittags oder auch abends beziehungsweise am Wochenende in diesen Lerngruppen zusammenzufinden. Sozusagen eine Hilfe zur Selbsthilfe. Einige Teilnehmer bleiben auch nach Ende der fachlichen Fortbildung zusammen und treffen sich weiter online (oder persönlich) zu festen Terminen.

 

Welche Erfahrungen habe ich selbst bei der eigenen Fortbildung mit einer Lerngruppe gemacht?

Marcel: Andreas, du hast doch vor einiger Zeit deine Prüfung zum Berufspädagogen abgelegt. Hast du auch eine Lerngruppe gehabt?

Andreas: Das war eine ganz verrückte Sache. Als ich als Dozent bei der Uni unterwegs war, sprach mich eine Projektleiterin an, warum ich noch nicht die Prüfung zum Berufspädagogen gemacht habe. Weil ich doch so viel Erfahrungen im Personalmanagement und der Personalentwicklung mitbringe. Warum eigentlich nicht, dachte ich mir und bereitete mich zunächst ganz alleine auf die Prüfung vor.

Dann gab es ein Repetitorium der aktuellen Berufspädagogen – Lerngruppe. Am ersten Abend nahm ich an der Lerngruppenarbeit teil. Es waren ein Fachdozent und weitere zehn Teilnehmer da, die sich bereits seit zwei Jahren kannten. Ja und dann ging es los mit dem gemeinsamen Bearbeiten von Prüfungsaufgaben. Ich kannte die anderen nicht und hatte keine Ahnung in welcher Situation sich die meisten befanden. Ich legte einfach los mit der Beantwortung der Prüfungsaufgaben. Hatte zu 80 % Trefferquoten.

Die anderen Teilnehmer hatten keine Ahnung um was es sich dreht und waren völlig überfordert. Es gab einen fachlichen Austausch zwischen mir und dem Dozenten und viele böse Blicke der anderen. Als ich das gecheckt hatte, habe ich meine Klappe gehalten. Aber da es war schon zu spät. Keiner wollte mit mir lernen und einige sagten mir, dass ich hier fehl am Platze bin.

Nach dieser Aktion beschwerten sich einige Teilnehmer, übrigens erfahrene Bildungsreferenten im Alter zwischen 35 und 50 Jahren, bei der Projektleitung. Wie es dazu kommt, dass zum Abschluss der zweijährigen Fortbildung, plötzlich so ein Typ da reinkommt, und die ganze Stimmung in der Lerngruppe kippt.

Beim zweiten Termin bin ich natürlich nicht mehr in die Lerngruppen gegangen. Schließlich wollte ich mich auf meine Prüfung vorbereiten und keine gruppendynamische Konfliktlösung für andere Teilnehmer spielen. Die Projektleitung hat sich bei mir für das Verhalten der Teilnehmer entschuldigt.

Und Monate später, als ich viele der Teilnehmer in der schriftlichen Prüfung getroffen hatte, kamen einige auf mich zu und sagten mir, dass es ihnen leidtut, wie sie sich verhalten hatten. War schon ne Crazy Erfahrung.

 

Video: Wie finde ich meine Lerngruppe? Personalfachkaufleute IHK

 

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