Wie beurteile ich den Azubi richtig?

In der schriftlichen AEVO Prüfung wird immer wieder die Frage gestellt: Wie beurteile ich den Azubi richtig? In diesem Video beleuchten wir diese Thematik etwas näher, so dass man mehr Durchblick in die Prüfungsfragen bekommt.

beurteile

Beurteile ich wirklich so einen Azubi?

Bianca: Ich habe mir das Video mit dem schlechten Beispiel des Beurteilungsgespräches mit dem Azubi angesehen. Jetzt nicht wirklich. So grottenschlecht läuft doch ein Beurteilungsgespräch nicht ab. Oder?

Marcel: Also, in meiner Zeit als Azubi gab es auch mal einen Ausbilder, der kaum Zeit für seine Azubis hatte. Da wurde mir einfach der ausgefüllte Beurteilungsbogen vorgelegt. Die Bewertung des Ausbilders war schon drin und ein Gespräch hat erst gar nicht stattgefunden.

Silke: Ja, auch ich kenne das Dilemma mit Beurteilungen von Azubis. Die meisten Ausbilder kennen ihre Azubis eigentlich gar nicht so richtig. Deshalb holen Sie sich erst einmal Feedback von den Fachkräften. Häufig werden die Azubis dann schlechter beurteilt, um eine positive Entwicklung zu rechtfertigen.

Bianca: Aber, dann sind doch solche Art von Beurteilungen völlig sinnbefreit und gehören abgeschafft.

Andreas: Sehe ich genauso. Aber, schaut euch doch mal dieses Video mit dem Gesprächsbeispiel für ein gutes Beurteilungsgespräch an.

Marcel: Gute Idee. Bis gleich.

 

Was ist denn jetzt für die AEVO Prüfung zum Thema: „Beurteilungen“ wichtig?

Bianca: Ja, das gefällt mir schon viel besser. Aber, was ist denn jetzt für die AEVO Prüfung zum Thema: „Beurteilungen“ wichtig?

Andreas: Ihr solltet schon wissen, wann der richtige Zeitpunkt für ein Beurteilungsgespräch mit dem Azubi ist.

Silke: Aber, muss der Ausbildungsbetrieb überhaupt ein Beurteilungsgespräch durchführen?

Marcel: Ich denke schon. Wie soll denn der Ausbildungsbetrieb sonst die Leistung des Azubis beurteilen können.

Andreas: Es gibt verschiedene rechtliche Vorgaben für Beurteilungen von Azubis. Nach dem Berufsbildungsgesetz ist doch der Ausbildende dazu verpflichtet, dem Azubi die notwendigen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln.

Bianca: Damit ist doch die berufliche Handlungsfähigkeit gemeint, oder?

Andreas: Genau. Außerdem muss der Ausbildende den Azubi auch noch charakterlich fördern. Auch das ist festgelegt im Berufsbildungsgesetz. Und deshalb braucht der Azubi eine Einschätzung, wo er gerade steht.

 

Hat denn hier der Betriebsrat nicht auch ein Mitspracherecht?

Andreas: Na klar. In Unternehmen mit einem Betriebsrat hat nach dem nach dem Betriebsverfassungsgesetz jeder Arbeitnehmer das Recht, dass seine Leistungen und seine berufliche Entwicklung beurteilt wird. Außerdem hat der Betriebsrat Mitbestimmungsrecht bei der Aufstellung von allgemeinen Beurteilungsgrundsätzen für alle Mitarbeiter.

Silke: Verstehe. Und wann ist nun der richtige Zeitpunkt für eine Beurteilung?

Andreas: Da gibt es mehrere. Zum Beispiel: innerhalb der Probezeit, am Ende jedes Ausbildungsabschnittes, nach der Zwischenprüfung und spätestens drei Monate vor Ausbildungsende.

Marcel: Und, wie viel Beurteilungsgespräche innerhalb einer dreijährigen Ausbildung kommen da so im Schnitt infrage?

Andreas: In vielen Unternehmen sind das ca. 5-8 Beurteilungsgespräche mit den Azubis.

Bianca: Und wer ist dafür verantwortlich, also wer muss diese Beurteilungsgespräche durchführen?

Silke: Meines Wissens doch der Ausbilder. Denn, der ist doch verantwortlich für die Ausbildung und auch bei der Kammer als Ansprechpartner eingetragen.

Andreas: Genauso ist es. Der Ausbilder ist auf jeden Fall verantwortlich für die Beurteilungsgespräche, kann aber diese Aufgabe auch an seine ausbildenden Fachkräfte delegieren.

Marcel: o. k. Jetzt haben wir den richtigen Zeitpunkt für eine Beurteilung besprochen.

 

Was aber genau wird denn nun bei einem Azubi beurteilt?

Andreas: Auf jeden Fall die Leistung und das Verhalten des Azubis.

Bianca: Und, was gehört in so eine Leistungsbeurteilung alles rein?

Andreas: Zum Beispiel die Lernfähigkeit und Auffassungsgabe des Azubis. Die Motivation und Ausdauer, aber auch die Arbeitsqualität und das Lerntempo.

Silke: Und, was gehört in so eine Verhaltensbeurteilung rein?

Andreas: Zum Beispiel Aussagen über die Zuverlässigkeit des Azubis. Die Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit und die Zusammenarbeit mit den Kollegen.

Marcel: Und, wie werden die Kriterien der Leistung und der Verhaltensbeurteilung dokumentiert?

Bianca: Da nutzt man doch bestimmt so eine Art Bewertungsbogen.

Andreas: Ja, und diesen Bewertungsbogen nennt man auch Beurteilungsbogen. Und in diesem Beurteilungsbogen sind jede Menge Kriterien, aber auch die Gewichtung abgebildet.

Silke: Was ist denn jetzt mit Gewichtung gemeint?

Andreas: Wenn wir zum Beispiel das Kriterium Zuverlässigkeit haben. Dann geht es ja darum, dass der Azubi pünktlich ist und seine Zusagen auch wirklich einhält. Und dann sollte das auch mit einem Skalenwert gewichtet werden. Zum Beispiel eins sehr gut und drei befriedigend.

Marcel: Und dann bewertet der Ausbilder den Azubi?

Andreas: Zuerst würde ich auf jeden Fall den Beurteilungsbogen vor einem Beurteilungsgespräch dem Azubi in die Hand geben, sodass er sich selbst bewerten kann. Und im Gespräch selbst würde ich dann die Bewertung als Ausbilder vornehmen.

 

Dann bewerten also beide, also der Azubi und der Ausbilder die Kriterien im Beurteilungsbogen.

Silke: Ja, und was ist, wenn sich beide nicht einig sind?

Andreas: Dann kann das ja eigentlich auch so stehen bleiben. Es ist ja völlig legitim, wenn es unterschiedliche Ansichten gibt. Nur der Ausbilder sollte seine Gewichtung begründen und den Azubi Fragen, warum dieser sich so bewertet.

Marcel: Was gehört denn noch in so einen Beurteilungsbogen?

Andreas: Na, zum Beispiel ob das Berichtsheft ordnungsgemäß geführt und regelmäßig vorgelegt wurde. Oder, ob regelmäßig am Berufsschulunterricht teilgenommen wurde. Oder, ob es unentschuldigte Fehltage oder Verspätungen gab. Und bei Bedarf eine Zielvereinbarung, falls es etwas für den Azubi und den Ausbildungsbetrieb zu erledigen gibt. An letzter Stelle sollte auf jeden Fall das Datum für das nächste Beurteilungsgespräch festgelegt werden. Denn dann soll ja auch überprüft werden, ob vorgegebene Ziele erreicht wurden.

Bianca: Das ist ja ganz schön verbindlich, aber auch irgendwie sinnvoll. Kannst du uns mal einen beispielhaften Beurteilungsbogen zeigen?

Andreas: Ja, klar. Unter dem Video stelle ich euch mal ein beispielhaften Beurteilungsbogen als Vorlage rein.

Silke: Wir haben uns ja vorhin die Video Beispiele für ein gutes und ein schlechtes Beurteilungsgespräch mit einem Azubi angesehen. Da kann ja auch jede Menge schieflaufen. Welche Fehler kann man dann eigentlich so im klassischen Sinne da machen?

Andreas: Auch wenn ein Beurteilungsgespräch sehr gut ablaufen sollte, ist keiner davor gefeit Beurteilungsfehler zu machen. Da dies jedoch eine größere Thematik ist, schlage ich vor, dass wir das in einer anderen Lerneinheit besprechen.

Marcel: Ja, das ist eine gute Idee. Denn ich muss das auch erst einmal kurz verarbeiten.

 

Video: Wie beurteile ich den Azubi richtig?

 

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