Welche Lernorte in der Ausbildung gibt es?

Lernorte
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Die Planung der Lernorte für eine erfolgreiche Ausbildung

Die bekanntesten Lernorte in der duale Berufsbildung sind der Betrieb und die Berufsschule. Bei mehreren zu koordinierenden Auszubildenden muss für einen reibungslosen Ausbildungsablauf im Betrieb gewährleistet werden. Der Auszubildende muss also an den verschiedenen Lernorten innerhalb des Betriebes seine berufliche Handlungsfähigkeit erlangen. Um bei mehreren Azubis die Lernorte nicht doppelt zu belegen, hat es sich in der Praxis bewährt, einen sogenannten Belegplan der Lernorte zu führen. Neben der Organisation der dezentralen Lernorte (Ausbildung am Arbeitsplatz) erfolgt hier die Planung der Teilabschnitte der Ausbildung, die an zentralen Lernorten erfolgen sollen. Es wird damit z. B. sichergestellt, dass Seminarräume nicht doppelt vergeben werden oder zwei Ausbildungsgruppen gleichzeitig die Lernwerkstatt belegen. Das Wissen um die Lernorte sind in der AEVO Prüfung und beim erlangen des AdA Schein prüfungsrelevant. Im Folgenden sehen wir hier die wichtigsten Lernorte für die betriebliche Berufsausbildung.

 

Der Arbeitsplatz als wichtigster Lernort für die Ausbildung

Kriterien für die ausbildenden Fachkräfte

  • Haben die Fachkräfte ausreichende Fachqualifikationen?
  • Wer ist bereit, Auszubildende zu betreuen?
  • Sind die Personen persönlich geeignet?
  • Besitzen sie pädagogische Qualifikationen und methodische Kenntnisse?
  • Liegen bereits Ausbildungserfahrungen vor?
  • Kann ausreichend Zeit für die Ausbildung aufgewendet werden?
  • Besteht die Bereitschaft, mit der Ausbildungsabteilung zu kooperieren?
  • Welchen Stellenwert hat die Ausbildung in der Abteilung?

Kriterien für die Arbeitsaufgaben

  • Lässt die Arbeitsorganisation ein Mitwirken der Auszubildenden zu?
  • Sind die Arbeitsaufgaben interessant und vielfältig?
  • Wie hoch sind die Anforderungen an die Auszubildenden?
  • In welchem Ausbildungsjahr sollen die Azubis diese Fachabteilung durchlaufen?
  • Welche Vorkenntnisse müssen die Auszubildenden mitbringen?
  • Lässt die Arbeitsorganisation ein selbständiges Arbeiten der Auszubildenden zu?

Kriterien für die Arbeitszeit

  • Fällt die tägliche Arbeitszeit der Fachabteilung mit der Ausbildungszeit zusammen?
  • Können Jugendliche Auszubildende die Pausen nach dem JArbSchG einhalten?
  • Ist eine Betreuung gewährleistet?

Kriterien der Lernmöglichkeiten

  • Können in der Fachabteilung die zugeordneten Ausbildungsziele erreicht werden?
  • Kann an diesem Arbeitsplatz die Sozial- und Methodenkompetenz gefördert werden?

Kriterien für die Arbeitssicherheit

  • Wird die Gesundheit gefährdet?
  • Ist eine Unfallbelehrung notwendig und die Arbeitssicherheit gewährleistet?
  • Ist eine Aufsicht vorhanden?
  • Wird in Schichten oder im Akkord gearbeitet?

Kriterien für die Arbeitsmittel-Ausstattung

  • Sind am Arbeitsplatz berufstypische Einrichtungen vollständig vorhanden?
  • Sind die Einrichtungen auf dem betrieblichen aktuellen technischen Stand?
  • Sind Hilfsmittel wie Schreibmaterial usw. vorhanden?
  • Sind Umkleide- und Sozialräume vorhanden?

Kriterien für die Ausbildungsmittel-Ausstattung

  • Ist Fachliteratur vorhanden?
  • Stehen eventuell Lernprogramme zur Verfügung?
  • Sind Handbücher, Bedienungsanleitungen usw. vorhanden?

 

Die Ausbildungswerkstatt für die Grundlagenausbildung

  • Lernen in der Werkstatt für Lernaufgaben im Rahmen des im betrieblichen Ausbildungsplans
  • Ausgangspunkt ist die Grundlagenausbildung und das Erlernen neuer Techniken
  • eine Lerngruppe besteht aus 6–12 Auszubildenden und wird in der Regel von ein bis zwei erfahrenen Fachkräften geleitet
  • Erfahrene Unternehmen: MAN, BMW, Continental, Bosch

 

Die Lerninsel zum werkstattnahen Arbeiten

  • Echte Arbeitsaufgaben werden erledigt, wobei die Azubis mehr Zeit dafür haben
  • kleine, gemischte Gruppen von Auszubildenden (8 – 12)
  • arbeiten werkstattnah: während der Arbeitszeit und in der Nähe der Arbeitsplätze
  • Aufgabenstellungen entstehen aus Problemen der täglichen Arbeit
  • Moderation durch Meister, Vorarbeiter oder Führungskräfte
  • Erfahrene Unternehmen: Volkswagen AG, PFAFF Industrie Maschinen AG, Michelin Reifenwerke, IVECO Magirus AG, Mannesmann AG

 

Das Lernbüro für Fallaufgaben im kaufmännischen Bereich

  • für Auszubildende im kaufmännischen Bereich, z.B. Sachbearbeiter
  • reale Geschäftsvorfälle werden erledigt, wobei die Azubis mehr Zeit dafür haben
  • kleine, gemischte Gruppen von Auszubildenden (8 – 12)
  • Aufgabenstellungen entstehen aus Problemen der täglichen Arbeit
  • Moderation durch kaufmännische Fach- und Führungskräfte
  • Unternehmen mit Abteilungen, wie z.B. Einkauf, Lager, Verkauf, Personal, Rechnungswesen

 

Der Unterrichtsraum für Theorievermittlung

  • zusätzlich für Zusatzunterricht oder Ergänzung zur Berufsschule
  • Vermittlung von firmenspezifischen Ausbildungsinhalten, wie z.B. Organigramme, Firmenstruktur oder Märkte
  • für einzelne und mehrere Auszubildende
  • Vermittlung durch Ausbilder und Fachkräfte
  • Unternehmen: IT, soziale Dienste, Verkauf, Marketing

 

Die Lernecke zum individuellen Lernen

  • für Auszubildende die sich zurückziehen, um selbstständig Arbeitsabläufe zu üben oder theoretisches Wissen zu erarbeiten
  • die Lernecke umfasst wenige Plätze, die ähnlich eingerichtet sind wie die Arbeitsplätze
  • entlastet und auch im Arbeitsprozess und stellt das Ausbildungsziel von allen Auszubildenden sicher
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