Mündliche Prüfung – Personalfachkauffrau

In diesem Artikel geht es um die Beantwortung der Fragen: Wie läuft die mündliche Prüfung zur/m Personalfachkauffrau-/mann ab? Welche Themen eignen sich für die mündliche Prüfung? Was erwartet Sie im Fachgespräch?

Mündliche Prüfung
Lesezeit: 5 Minuten

Wie läuft die mündliche Prüfung zur/m Personalfachkauffrau-/mann ab?

Im Vorfeld der mündlichen Prüfung wird der Prüfungsteilnehmer / die Prüfungsteilnehmerin von der IHK aufgefordert, zwei Themenvorschläge für den betrieblichen Beratungsauftrag mit einem deutlichen Praxisbezug (Firmenbezug) einzureichen. Die Themenvorschläge müssen kurz und präzise sein. Die Grobgliederungen sollen eine nachvollziehbare personalpolitische Problemstellung bzw. Zielsetzung aufzeigen, damit der Prüfungsausschuss eine Vorstellung erhält, was Gegenstand der Präsentationsvorschläge sein soll.

Der Prüfungsausschuss der IHK stellt 14 Kalendertage vor der Prüfung das Thema, wobei die Themenvorschläge des Prüfungsteilnehmers/der Prüfungsteilnehmerin berücksichtigt werden sollen.

Das situationsbezogene Fachgespräch findet als maximal 30-minütige Einzelprüfung statt. In etwa zehn Minuten stellt der Prüfungsteilnehmer/ die Prüfungsteilnehmerin mit geeigneten Medien seine/ihre Lösungsvorschläge dem Prüfungsausschuss vor (Präsentation). Davon ausgehend führt der Prüfungsausschuss in der verbleibenden Zeit (20 Minuten) ein Prüfungsgespräch.

 

Welche Themen eignen sich für den betrieblichen Beratungsauftrag?

  • „Nachwuchsführungskräfte fördern”
  • „Wars of talents mit Employer Branding”
  • „Outsourcing der Personalabrechnung”
  • „Die elektronische Personalakte”
  • „Ausbildung in unserem Unternehmen, ja oder nein?”
  • „Einführung von standardisierten Anforderungsprofilen”
  • „Work life Balance im betrieblichen Gesundheitsmanagement“
  • „Einführung von Mitarbeitergesprächen als Diagnoseinstrument”
  • „Personalbedarfs- und Entwicklungsplanung durchführen“
  • „Mitarbeiter beurteilen, deren Potenziale erkennen“
  • „Einführung des betrieblichen Eingliederungsmanagements”
  • „Qualitätsmanagement in der Personal- und Organisationsentwicklung“
  • „Einführung eines Cafeteria Systems“
  • „Personalbeschaffung durchführen“
  • „Einführung von Telearbeit“
  • „familienfreundliche Arbeitsgestaltung“
  • „Übernahme einer Niederlassung – die ersten 100 Tage als Führungskraft“
  • „Führungsmodelle und Führungsinstrumente anwenden“
  • „Einkommens- und Vergütungssysteme umsetzen“
  • „Personalbedarfsplanung für Produktionsprozesse ermitteln“

 

Wie ist das Grobkonzept der Themenvorschläge gegliedert?

Name / Vorname:

Straße / PLZ / Ort:

Aktuelle Tätigkeit im Personalwesen:

Thema:

Beschreibung der Ausgangssituation:

Ziel der Präsentation:

Grobgliederung der Präsentation:

 

Wie bereiten Sie die Präsentation für Ihre mündliche Prüfung vor?

In der Präsentation geht es um zwei Aspekte:

Fachliche Inhalte: Hier sind Fachbegriffe, Argumentationen, Zielorientierung, die klare Erfassung der Problemstellung und schlüssige Lösungsvorschläge gefragt.

Form der Präsentation: Geachtet wird hierbei auf Struktur und Gliederung der Präsentation, Medieneinsatz, Anschaulichkeit der eingesetzten Medien, Sprachliche Artikulation, Mimik, Gestik, adressatengerechte Präsentation und der Einhaltung des vorgegebenen zeitlichen Rahmens der Präsentation.

Empfehlenswert ist es, einen kleinen Ablaufplan für Ihre 10minütige Präsentation zu erstellen.

Einstieg (1,5min): Begrüßung und Kurzvorstellung. Worum geht es? Warum diese Präsentation? Was hat der Zuhörer zu erwarten?

Hauptteil (7,5min): Anknüpfung suchen. Inhalte erläutern und darbieten. Kernaussagen verwenden. Blickkontakt zum Zuhörer halten. Zuhörer durch Fragen aktivieren.

Schluss (1,0min): Inhalte Zusammenfassen, Bedeutung und Nutzen herausstellen. Fazit, Dank und Verabschiedung.

 

Was erwartet Sie im situationsbezogenen Fachgespräch?

Im situationsbezogenen Fachgespräch soll der Prüfungsteilnehmer / die Prüfungsteilnehmerin nachweisen, dass er/sie in der Lage ist, sein/ihr Berufswissen in betriebstypischen Situationen anzuwenden und sachgerechte Lösungen vorzuschlagen. Insbesondere soll er/sie nachweisen, dass er/sie angemessen mit Gesprächspartnern innerhalb und außerhalb des Unternehmens oder der Organisation sprachlich kommunizieren kann und dabei argumentations- und präsentationstechnische Instrumente sach- und personenorientiert einzusetzen versteht. Folgende Kriterien des situationsbezogenen Fachgespräches werden bewertet:

  • Aufbau und inhaltliche Struktur der Vorstellung des Entscheidungsvorschlages
  • Argumentations- und präsentationstechnische Instrumente
  • Kommunikative Kompetenz im situationsbezogenen Fachgespräch
  • Fachliche Kompetenz im situationsbezogenen Fachgespräch

Über das Bestehen (mind. 50 Punkte) des situationsbezogenen Fachgespräches informiert der Prüfungsausschuss direkt im Anschluss an die Beratungszeit.

Jedes Fachgespräch ist individuell, deshalb gibt es keine pauschalen Fragen, welche immer wieder gestellt werden. Damit Sie dennoch eine vage Vorstellung davon bekommen, hier eine Auflistung von allgemeinen Fragen, unterteilt nach den vier Handlungsbereichen.

 

Personalarbeit organisieren und durchführen

  • Welche wichtigen Aspekte sind beim Outsourcing zu beachten?
  • Welche Vorteile bietet ein Profitcenter?
  • Was sind die Hauptmotive der Kollegen als Kunden?
  • Erläutern Sie Instrumente zur Erhebung der Kundenzufriedenheit?
  • Welche Perspektiven der Balanced Scorecard werden unterschieden?
  • Was müssen Unternehmen bei Innovationsprozesse berücksichtigen?
  • Beschreiben Sie Probleme bei der Schnittstellenanalyse?
  • Erläutern Sie Gründe für Widerstände der MA gegen Veränderung.
  • In welchen Schritten vollzieht sich ein Prozessaudit?
  • Welche Vor- und Nachteile birgt das Projektmanagement?
  • Welche unterschiedlichen Rollen nimmt der Projektleiter ein?
  • Welche Risiken können bei der Projektplanung auftreten?
  • Warum ist eine Projektkontrolle notwendig?
  • Welche Vorteile bietet der IT-Einsatz im Personalbereich?
  • Welche Voraussetzungen gibt es bei der Einführung eines ESS?
  • Welche Maßnahmen können zur Datensicherheit ergriffen werden?
  • Welche Mitbestimmungsrechte hat der Betriebsrat beim Datenschutz?
  • Nach welcher Konflikt-Strategie sollte eine Führungskraft vorgehen?
  • Welche Anzeichen und Ursachen gibt es bei der inneren Kündigung?
  • Wie werden MA-Gespräche inhaltlich/organisatorisch vorbereitet?
  • Was bedeutet Feedback „geben und nehmen“?
  • Welche Verfahren/Methoden zur Reflexion gibt es?
  • Erläutern Sie die sechs Phasen einer Moderation?
  • Welche Einflussfaktoren wirken auf die Gruppenarbeit ein?
  • Welche Techniken des Rationalisierens am Arbeitsplatz gibt es?

 

Personalarbeit auf Grundlage rechtlicher Bestimmungen durchführen

  • Mit welchen Methoden prüft ein AG die Eignung des Bewerbers?
  • Welche Rechte hat der AG bei Falschaussagen des Bewerbers?
  • Was versteht man unter Scheinselbstständigkeit?
  • Muss der Arbeitgeber Überstunden vergüten?
  • Welche Rechte hat der diskriminierte Arbeitnehmer nach dem AGG?
  • Erläutern Sie das Direktionsrecht des Arbeitgebers?
  • Wann verjähren Rechtsansprüche aus dem Arbeitsverhältnis?
  • Welche drei Bestandteile muss eine Abmahnung haben?
  • Wann darf der Arbeitgeber ohne Abmahnung kündigen?
  • Welche Vorteile bietet ein Aufhebungsvertrag für den Arbeitgeber?
  • Welche 3 Möglichkeiten hat der Arbeitnehmer bei einer Änderungskündigung?
  • Wer unterliegt dem besonderen Kündigungsschutz?
  • Was versteht man unter dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement?
  • Was kann der Arbeitnehmer gegen die Kündigung unternehmen?
  • Welche Grundsätze sind beim Arbeitszeugnis zu beachten?
  • Welche Dokumente werden in der Personalakte aufgenommen?
  • Welche Anspruchsvorausetzung gelten für die Elternzeit?
  • Welche Rechte hat ein Schwerbehinderter bei Benachteiligung?
  • Welche Ansprüche/Rechte haben Betriebsratsmitglieder?
  • Welche Mitbestimmung hat der Betriebsrat in sozialen Angelegenheiten?
  • Welche Funktionen haben Tarifverträge und welche Arten gibt es?
  • Was ist ein Warnstreik und welches Ziel verfolgt dieser?
  • Welche Faktoren beeinflussen die Entgeltfestsetzung?
  • Welche Beteiligungsrechte hat der Betriebsrat bei der Arbeitsbewertung?
  • Welchen Zweck verfolgt die Sozialversicherung?
  • Wann und wie lange hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Krankengeld?
  • Wie finanziert sich die gesetzliche Pflegeversicherung?
  • Wer ist in der Rentenversicherung versicherungspflichtig?
  • Was ist Kurzarbeitergeld und welche Ziele hat es?
  • Welche Leistungen beinhaltet die gesetzliche Unfallversicherung?
  • Erläutern Sie was ein Wegeunfall ist.
  • Welche Vor- und Nachteile bietet das Cafeteria System?
  • Erläutern Sie Ziele und Nutzen der Stellenbeschreibung.
  • Wie geht man bei der Erstellung eines Anforderungsprofils vor?
  • Kann der Betriebsrat eine interne Stellenausschreibung verlangen?
  • Welche Faktoren eine Stellenanzeige sind entscheidend?
  • Welche Bezüge sind pfändbar und welche unpfändbar?
  • Wie gewährleisten Sie die Datensicherheit im Unternehmen?
  • Welche Aufgaben hat der betriebliche Datenschutzbeauftragte?

 

Personalplanung, -marketing und -controlling gestalten und umsetzen

  • Erläutern Sie die Auswirkung der Konjunktur auf die Personalplanung.
  • Welche Zeiträume werden bei der Personalplanung unterschieden?
  • Beschreiben Sie 5 typische Instrumente der Personalplanung.
  • Erläutern Sie die drei typischen Funktionen des Personalmarketings.
  • Was versteht man unter der Vergleichstechnik: Benchmarking?
  • Erläutern Sie an Beispielen die dispositive Arbeit?
  • Welche Instrumente der qualitativen Personalbedarfsbestimmung werden unterschieden?
  • Welche vergangenheitsorientierten Methoden der Personalbedarfsplanung gibt es?
  • Welche Statistiken gibt es zur Prognose des Personalbestandes?
  • Beschreiben Sie 4 Arten des Personalbedarfs?
  • Was versteht man unter einem Eignungsprofil?
  • In welchen Schritten erfolgt der Ablauf einer Einstellung?
  • Welche Maßnahmen zur Reduzierung des Personals gibt es?
  • Welche Kriterien sind beim Personalabbau ausschlaggebend?
  • Was versteht man unter Nachfolge- und Laufbahnplanung?
  • Erläutern Sie quantitatives/qualitatives Personalcontrolling.
  • Welche Chancen bietet das Personalcontrolling?
  • Welche Personalkennzahlen werden unterschieden?
  • In welchen Schritten erfolgt der Benchmarking-Prozess?
  • Erläutern Sie die vier Perspektiven der Balanced Scorecard.

 

Personal- und Organisationsentwicklung steuern

  • Welche Regeln zur Gesprächsführung gelten für Mitarbeitergespräche?
  • Wie bereiten Sie Beurteilungsgespräche inhaltlich/organisatorisch vor?
  • Welches Ziel verfolgt ein Rückkehrgespräch?
  • Erläutern Sie Schritte bei der Einführung eines Beurteilungssystems.
  • Welche Fragestellungen sind bei der Potenzialanalyse wichtig?
  • Wie geht man bei der Ermittlung des Weiterbildungsbedarfs vor?
  • Welche Anforderungen werden an Führungskräfte gestellt?
  • Welche typischen Merkmale kennzeichnen Schlüsselqualifikationen?
  • Welche Personalentwicklungsmaßnahmen verbessern die Teamfähigkeit?
  • Erläutern Sie „Learning on the job“ und deren Maßnahmen.
  • Welche Vorteile bietet das E-Learning dem Mitarbeiter / Unternehmen?
  • Welche Weiterbildungsthemen sind für Führungskräfte geeignet?
  • Welche Beteiligungsrechte hat der Betriebsrat bei betrieblicher Weiterbildung?
  • Was sind die Erfolgsfaktoren betrieblicher Förderprogramme?
  • In welchen Phasen kann ein Traineeprogramm ablaufen?
  • Was versteht man unter Total-Quality-Management?
  • Welche Vorteile bietet eine ISO-Zertifizierung für Bildungsträger?
  • Erläutern Sie den Kreislauf des Bildungscontrollings.
  • Was kann bei Bildungsmaßnahmen evaluiert werden?
  • Welche Möglichkeiten der Transfersicherung gibt es?
  • Welche typischen Management-by-Modelle werden unterschieden?
  • Welche Probleme können beim Delegieren auftreten?
  • Was hat das Harzburger Modell mit Management-by-Exception zu tun?
  • Welche Erwartungen haben Mitarbeiter an die Führungskraft?
  • Welche Fehler können Führungskräfte in ihrem Verhalten machen?
  • Von welchen Faktoren hängt der „richtige“ Führungsstil ab?
  • In welchen Schritten läuft der Zielvereinbarungsprozess ab?
  • Welche Motivationsarten werden unterschieden?
  • Was hat das Modell von Herzberg mit Arbeitszufriedenheit zu tun?
  • Was sind die Ziele des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses?
  • Welches Ziel verfolgt das Coaching im beruflichen Kontext?
  • Was ist bei der Zusammensetzung von Gruppen zu beachten?
  • Welche Vorteile bieten lernförderliche Arbeitsbedingungen?
  • Welche Bausteine des Wissensmanagements werden unterschieden?

 

Online Coaching: Mündliche Prüfung – Personalfachkauffrau/mann

Inhalt und Ablauf des Coachings:

  • Simulation Ihrer Präsentation 10 Minuten
  • Simulation eines 20minütigen Fachgesprächs
  • Bewertung nach den Maßstäben der IHK
  • Feedback, Lösungsansätze und Optimierung

Umfang, Ort, Termin, Preis:

  • Umfang: 60 Minuten Prüfungscoaching
  • Ort: Online via Skype oder Telefon
  • Termin: nach individueller Vereinbarung
  • Preis: 80,00 Euro inkl. MwSt.

 

Andreas Schüler
Geprüfter Berufspädagoge (IHK)
IHK-Prüfer & IHK Dozent

 

 

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